Diego Amstutz

 

Herr Amstutz, vor genau einem Jahr hat Ihr "Momänt Mal..." Vorgänger Karlen Silvan angekündigt, ganz sicher OUM-Meister zu werden! Ist er sich immer noch 100%-tig sicher? Wie schätzen Sie bzw. Ihr Team diese Chancen ein?

Vor einem Jahr feierten wir einen Sieg nach dem anderem, zuerst in der Gruppe C, im folgenden Jahr in der Gruppe B. Danach schwebten wir ein wenig auf Wolke 7. Zu behaupten, dass wir zu 100% Meister machen würden, war wohl ein bisschen übertrieben. Es ist jedoch ein grosses Ziel unserer Mannschaft und man weiss nie, wie die Zukunft aussehen wird. Wir sind eine junge Mannschaft und haben noch Zeit dieses Ziel zu erreichen.


Natürlich. Die Realität sieht aber trotzdem ein wenig anders aus! In der A-Gruppe haben wir bereits die Saisonhälfte erreicht. Mit Null Punkten dürfte die Zwischenbilanz doch ernüchternd ausfallen?!

Wir wussten schon vor der Saison, dass es schwer werden würde, in dieser Liga mithalten zu können. Leider hatten wir zusätzlich Pech mit Verletzungen, sodass wir nicht immer alle Spieler einsetzen konnten. Phasenweise konnten wir mit einzelnen Mannschaften gut mithalten und unsere Fähigkeiten zeigen. Jedoch gelang es uns noch nie während 40 Minuten konstant gut zu spielen, sondern wir hatten immer wieder Schwächephasen.


Aber um eines Tages OUM-Meister zu werden bräuchte es dies!? Oder um in der aktuellen Saison nicht abzusteigen?! Wie sieht es denn generell mit der Motivation aus? Glaubt das Team überhaupt noch an sich? Und wie gross ist die Chance, dass es Ihrem Team so ergeht wie den ehemaligen A-Aufsteigern Narvik oder Zermatt, die nach dem Aufstieg sogar in der B-Gruppe durchgereicht wurden!

Klar ist die Motivation innerhalb der Mannschaft ein wenig angeschlagen, aber wir wissen uns immer wieder gegenseitig anzuspornen für den nächsten Match. Wir sind und bewusst, dass es schwer wird, den Klassenerhalt zu meistern, glauben aber daran und kämpfen bis zum letzten Spiel.
Dass wir wieder bis in die C abstürzen, denke ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht.


Am Samstag kam es zu einem tief-roten Spitzenkampf gegen Baltschieder. Was um Himmels Willen war nach der Pause los, dass es einen derart fürchterlichen Leistungs-Zusammenbruch gab?

Das kann ich mir auch nicht erklären. In die Pause gingen wir mit einem guten Resultat. Zu Beginn der 2. Halbzeit schliefen wir leider total. Dank einem Time-Out konnten wieder uns wieder fangen, der Rückstand war aber bereits zu gross.


Zwischenfrage: Kann man das Time-out eigentlich während der Pause nehmen? Evtl. wäre das sonst etwas für Ihre Mannschaft, dann könnte man 5.30 Minuten schlafen!? Nun gut, leider war "Top-Shot-Player" Gruber Raphael nicht dabei. Vielleicht hätte er noch eine Idee gehabt. Denn wenn er anwesend ist, hat man tatsächlich das Gefühl, dass es diese Saison für einen Punkt reichen könnte...! Wie sehr ist Ihr Spiel und Erfolg von seiner Anwesenheit abhängig?


Unihocky ist ein Mannschaftssport und es kommt auf jeden Spieler an. Klar ist Raphi ein super Spieler, der den Unterschied machen kann. Aber meiner Meinung nach hat wohl jede Mannschaft in der OUM einen solchen Spieler. Oder wie sehen Sie das Herr Wyer?


Herr Amstutz, das sehe ich genauso. Siege haben ihren Ursprung in der Defensive! Wo Tore fallen, braucht es auch Assists. Wo Stars entstehen, gibt es Leute die Drecksarbeit leisten. Leider gibt es von dieser Sorte immer weniger im Leben. Aber was hat der berühmte deutsche Philosoph M.H. über den "Star" geschrieben: Eine Augenkrankheit des Publikums.
Auf jeden Fall wünsche ich Ihrer Mannschaft keine Krankheiten, sondern die nötige Motivation um nächstens auch Punkte einzufahren... Besten Dank für das tolle Gespräch.   (WD)